H 8 Anne

Baujahr: 1929
Bootsbauer: Willy von Hacht
Revier: Alster

Rumpf: Eiche,
Deck: Mahagoni,
Mast mit Gelenk legbar

C12/D1 ex "Ole Hoop"

Dieses Boot ist die Großmutter aller Elb-H-Jollen, soweit der HIG bekannt ist. Gezeichnet und gebaut vom Yachtkonstrukteur der preußischen Prinzen und reichen Reeder, Willy von Hacht. Dessen Linien sind unverkennbar: Elegant, niedriger Freibord und wenig Deckssprung.

Entstanden als Boot für die Konstruktionsklasse C mit der Segelnummer C12, gewann die "Anne" 1930 – damals hieß sie noch "Ole Hoop" – auf Regatten stets mit deutlichem Abstand gegen die meisten anderen Boote der C-Klasse. Daraufhin bestellte ein Segler namens Theodor Tetzen ein im Wesentlichen baugleiches Schiff, nur mit etwas mehr Freibord für die Elbe. Das war die "Moi Bris" (C14/D2/H340). Die beiden Jollen begründeten fortan, ab 1931, eine Klasse für sich, die D-Klasse. Die D2 "Moi Bris" mit dem höheren Freibord diente als Vorlage für die Bauvorschrift der neuen Einheitsklasse "15-qm-Einheits-Elbjolle", später bekannt als Elb-H-Jolle. Der Eigner der C12/D1, Franz Wennecker, ließ sich alsdann noch eine zweite "Ole Hoop" (D5/H343) nach den neuen Vorschriften bauen. Das erste Boot verkaufte er an die Alster.

Dort kam die C12/D1 schließlich in den Besitz der Famile Reich – die Bootsvermieter. Mitunter als unwürdiges Schicksal für solch ein wegweisendes Regattaboot bezeichnet, hat die professionelle Pflege und regelmäßige Nutzung dafür gesorgt, dass die nunmehr historische Jolle die Jahre sehr gut überdauert hat. Sie heißt heute "Anne" und führt die hausinterne Segelnummer R8.*


*) Segelnummer H8 im Titel hat technische Gründe