Fotoshooting in maritimer Tradition

2022 - Hochsommer in Hamburg

Kurz vor zehn. Blauer Himmel und ein Hauch von Wind. Die Sonne strahlt und es wird wieder heiß heute. Die Crew sammelt sich unter den Schirmen der Bar von Bobby Reich. Die Kundin ist da, Fotografin und Fotograf, Visagistin, Stylistin, Assistent und Equipment treffen ein. Schließlich das Foto-Modell.

Anne liegt am Steg, schick gemacht, mit der Kombi, die sie immer trägt. Stylistin und Kundin diskutieren noch über die Kleidung, während das Model einen letzten Tupfer Puder erhält.

Und bitte! Die Kameras filmen und fotografieren, der Assistent hält den Reflektor. Das Model sieht gut aus. Und so? Sowieso. Die Sonne steht senkrecht, trotzdem keine Perle Schweiß im Vollbart. Cooler Typ.

Stilles Wasser für alle. Der Wind frischt leicht auf, und wenn ihr noch los wollt: Mehr kommt heute nicht. Aber die Serie ist noch nicht durch. Der Skipper wartet geduldig.

Dann wird abgelegt, zu viert. Langsam geht es Richtung Süden. Die übrige Crew macht Pause. Der Wind schließlich auch. Man fragt vorsichtig nach einem Motorboot.

Es klappt auch ohne. In völliger Gelassenheit steuert Anne wieder auf ihren Platz zu. Die Kameras sind verstaut. Der Fotograf sitzt an der Pinne und das Model auf dem Mahagoni-glänzenden Vordeck. Entspannt, mit dem Rücken an den Mast gelehnt. Barfuß, die Hosenbeine hochgeschlagen, weißes T-Shirt. Im Gesicht ein echtes, breites Grinsen. In der Hand einen Festmacher und am Handgelenk eine goldene Uhr.

Zeit ist kostbar.

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1883 - Winterhude

Vor den Toren Hamburgs, an der Außenalster, eröffnet ein Bootsbetrieb. Noch heute, fünf Generationen später, werden der Bootssteg mit Gastronomie und eine Bootswert am Goldbekkanal von der Familie Reich betrieben.

1897 - Hansestadt Danzig

Ein junger Uhrmacher namens Eugen Wegner eröffnet seine erste Werkstatt. Der Laden läuft. In den 20er Jahren startet Sohn Hans-Ulrich die Produktion von Marinechronometern.

1929 - Hamburg Barmbek

Ein erfahrener Bootsbauer, Willy von Hacht, legt eine neue kleine Jolle auf Kiel. Er hat erfolgreiche Segler für Prinzen und reiche Reeder gebaut, doch die Zeiten werden schlechter. Die Jolle gewinnt alle Regatten und wird Vorbild für eine neue Klasse. Anne. Manche dieser Jollen bleiben über Generationen ein Teil der Familie.

2017 - Hamburg Eimsbüttel

Ein junger Urenkel der Wegners kommt auf die Idee, die alte Marke wieder zu beleben. Nach dem Krieg zog das Unternehmen der Wegners nach Westdeutschland und eröffnete Niederlassungen in Hamburg, Duisburg und Lübeck. Doch bald konnte es dem Wandel der Uhrenindustrie nicht mehr standhalten und musste schließen. Anfang der 2020er Jahre startet Erbe Jonas Bley ein Kickstarter-Projekt und bringt die ersten neuen Eugen Wegner Uhren auf den Markt. Sie alle werden in Hamburg gestaltet und veredelt. Doch dieses Mal machen sich die Wegners die Uhrenindustrie zunutze: Die Werke kommen aus der Schweiz. Der Wieder-Gründer hat Erfahrung.