Ostertour mit H-300

Ostern waren leider noch nicht viele Jollen im Wasser und wir waren die einzigen, die über die vier Tage los wollten. Auch wenn die Tide ja an den christlichen Feiertagen immer schlecht für das Loskommen ist (der erfahrene Elbsegler weiß ja – Vollmond ist in Hamburg um 5:00 Hochwasser) meinte es das Wetter sehr gut mit uns, und so konnten wir mit bester Osten-Briese auch gegen die Tide unter Spi bis nach Brunsbüttel segeln und waren gegen 16:30 fest.

Auch am Samstag wehte noch eine schöne Osten-Briese und es verleitete zum Weitersegeln. Selbst Neuwerk wäre wohl drin gewesen, aber angekündigte Flaute am Sonntag und viel Wind aus Ost am Montag ließ uns vernünftig bleiben. So schliefen wir lieber aus und segelten mit der Flut in Richtung Stör. Die Stör ging es dann rauf, an der Peterswerft und der PEKING vorbei, nach Beidenfleth. Dort wollten wir im Gasthaus gern Spargel essen – leider war wegen einer Siberhochzeit geschlossene Gesellschaft und das Essengehen musste verschoben werden.

Am nächsten Tag ging es dann mit der Tide Stör abwärts. Wie angekündigt war es sehr flau und kurz vor dem Sperrwerk ließ uns die Tide im Stich. Aber nicht umsonst fahre ich ja immer die schwere Kiste mit meinem Tümmler Seitenbordmotor spazieren, und der kleine Jockel brachte uns gut auf die Elbe. Auf der Elbe trieben wir, mit im wahrsten Sinne schwach umlaufenden Winden, in die Pinnau. Wir hatten dabei wirklich an einem Tag Flaute aus allen Richtungen. Dort machten wir in Neuendeich fest – einem urigen kleinen Hafen in dem selbst ich noch nicht war.

Es gibt feste Stege und man macht vorn an Gewichten fest, die einen an den Steg ziehen, und hinten an Pfählen. Bei Niedrigwasser liegt man mit dem Heck deutlich bergab, weswegen wir mit dem Kopf nach vorn schliefen. Wenn ihr mal da seid, denkt dran zu ösen – sonst säuft bei Niedrigwasser die Küche ab ...
Es gibt ein sehr nettes Clubhaus, mit Duschen und einem Aufenthaltsraum. Sogar kühles Bier kann man sich zum Selbstkostenpreis aus dem Kühlschrank nehmen.

Von dort waren es 300 m zur Aalkate, einem schönen, nicht ganz billigen Lokal auf dem Deich und wir konnten den Spargel nachholen. Wie gut, dass wir reserviert hatten (moderne Zeiten ...), denn am Ostersonntag war natürlich jede Menge los. Wir haben herrlich gesessen, gegessen und getrunken – die hohe Rechnung war jeden Cent wert.

Morgens mussten wir gegen 8:30 aus dem Hafen um nicht aufzuebben. Das ging mit gebautem Persenning und schlafender Vorschoterin. Wir haben dann herrlich vor Anker in der Sonne gefrühstückt. Nach dem Frühstück ging es heimwärts. Der Wind brieste wie angekündigt auf, und wir waren froh, dass wir noch Tide gegenan hatten, denn es wehte mit 4-5 bft, in Böen meldete Stadersand sogar knappe 6 bft. Pünktlich bei Tidenkipp waren wir zurück in Wedel.

So kann Ostern immer sein!