Trimmfiebel

Eine kleine Trimmanleitung

Hier ein paar Tipps von Piet Hauschildt aus ein paar Jahrzehnten Regattaerfahrung:

Segel setzen:
Baum am Mast bei wenig Wind relativ hoch setzen, bei viel Wind unten. Bei Mittelwind in der Mitte. Klaufall so weit durchsetzen, dass bei losem Cunningham gerade keine Falte zur langen Latte entsteht.
Die Reihleine habe ich normalerweise recht dicht, vor allem bei viel Wind. Bei Flaute evtl. etwas lösen.

Am Wind:
• Schot ziemlich dicht (Baum über Ecke von der Plicht)
• Fockfall so einstellen, dass das Vorliek der Fock nicht krallt. Wenn das Boot nicht fährt, versuchen Fockfall etwas zu lösen oder dichter zu nehmen.
• Fockcunningham falls vorhanden so dicht nehmen, dass keine Falten da sind.
• Pikfall nur so dicht, dass (wenn vorhanden sonst ankleben) der Telltail bei der zweiten Latte ausweht. Bei wenig Wind entsprechend lösen. Bei sehr viel Wind ggf. auch etwas lösen um das Segel flacher zu machen.
• Das unterliek fahre ich ziemlich lose. Nur bei Flaute oder Sturm anholen. Bei Sturm ggf. ganz.
• Cunningham: So doll ziehen, so dass gerade keine Diagonalfalte von der langen Latte zum Cunningham entsteht aber vor allem kein Gegenbauch auftritt.
• Boot immer etwas schräge fahren (ca. 10°).
• Bei viel Wind lieber Traveller als Schot fieren.

Schigg

• Cunningham bleibt dicht, so dass gerade keine Diagonalfalte kommt
• Baumniederholer gerade so dicht, dass der Telltail am Groß noch steht. Reicht das lösen des Baumniederholers bei Flaute nicht, ggf. etwas Pikfall fieren
• Schwert kann relativ weit hoch (insbesondere wenn der Wind fast halb kommt)
• Boot gerade fahren

Halber Wind
• Ab halbem Wind lohnt sich der Spi, kommt der Wind dauerhaft vorlicher, bringt er meist nichts.
• Fock nach Fäden fahren.
• Unterliek vom Groß lose, es sei denn, es ist zu viel Wind
• Baumniederholer nach Telltail und Druck einstellen
• Boot gerade fahren

Raumschoots
• Niederholer ziemlich dicht. Bei viel Wind Niederholer ganz dicht - das macht die Sache sehr viel sicherer.
• Cunningham lose
• Boot gerade fahren

Platt vor dem Laken
• Es lohnt sich meist nicht vor dem Wind zu kreuzen. Platt fahren ist schneller.
• Groß ganz auf. Bei sehr viel Wind etwas Dicht holen (um eine leichte Luvgierigkeit zu haben - Sicherheit)
• Niederholer ziemlich dicht. Bei mehr Wind Niederholer ganz dicht.
• Cunningham lose
• Boot gerade fahren
• Der Verklicker bekommt Abwinde aus dem Groß und zeigt daher falsch an – nicht zu früh halsen

Reffen
Die H-Jolle fährt gerefft bei halbem bis achterlichem Wind deutlich gutmütiger. Es ist allgemein schneller (und sicherer) zu reffen und Spi zu fahren als ungerefft ohne Spi zu fahren. Bei halbem Wind ist man, wenn so viel Wind ist, dass man das Groß aufmachen muss, gerefft nicht langsamer. An der Kreuz ist man bestenfalls genau so schnell wie ein ungerefftes Boot. Bei sehr viel Wind ist es aber auch kein Nachteil. Das gereffte Boot ist nach den Wenden tendenziell leegierig, was unangenehm ist. Deswegen sollte der Vorschoter, insbesondere wenn man bei Welle mit wenig Fahrt durch die Wende kommt, die Fock langsam dicht nehmen.
Reffen kann man mit einem Bindereff auch beim Segeln mit eingespielter Mannschaft auf eigentlich allen Kursen. An der Kreuz kostet es natürlich.